Erfolgreiches Affiliate-Marketing

Als Affiliate im Internet Geld zu verdienen, klingt verlockend, doch ist nicht weniger Aufwand als andere Methoden es sind. Affiliate-Marketing kann komplex sein, es existieren verschiedene Vergütungsvarianten und jedes Partnerprogramm hat eigene Konditionen. Ordnung in diese Unübersichtlichkeit möchten wir mit diesem Artikel bringen.

 

Der Weg zum Affiliate-Marketing

Affiliates platzieren Links zu Online-Shops, Portalen oder anderen Unternehmen auf ihren Webseiten, in sozialen Netzwerken oder beispielsweise in E-Mails. Dabei kann der Link ein gewöhnlicher Textlink sein, zum Beispiel im Content einer Webseite oder in der Beschreibung eines Videos, ein Bild oder ein Banner. Klicken Nutzer auf diesen Link und kaufen ein Produkt im Online-Shop, schließen einen Vertrag ab, melden sich bei einer Plattform an oder Ähnliches, erhält der Affiliate eine bestimmte Summe hierfür. Dies kann sich rechnen – doch nur, wenn möglichst viele Nutzer nicht nur auf den Link klicken, sondern dann auch tatsächlich die gewünschte Aktion durchführen. Um das zu erreichen, benötigt man drei Dinge: Eine hochwertige Webseite, Ausdauer und Kenntnis der Affiliate-Branche. Zumindest über Letzteres können wir Ihnen hier einen Überblick verschaffen – Tipps für Ihre Webseite finden Sie in unserem Blog einige. Nur Ausdauer können wir Ihnen leider nicht vermitteln.

 

Eine eigene Webseite: Nicht Pflicht, aber hilfreich

Wie wird man nun Affiliate? Häufig hört man von so genannten Affiliate-Seiten und davon, dass die Affiliates Provisionen für verkaufte Produkte, Einzahlungen in Systeme usw. erhalten. Wie genau man sich jedoch seinen Weg hin zum erfolgreichen Affiliate bahnen kann, ist oft unklar.

 

Zunächst sollten Sie bereits einige Erfahrung mit Online-Marketing gesammelt haben. Zumindest ist es notwendig, zu verstehen, wie Online-Werbung funktioniert, wie man ihre Effektivität steigern kann und welche Möglichkeiten es hierfür gibt. Sofern Sie in diesem Bereich noch kein Experte sind, haben wir eine Reihe von interessanten Artikeln zu Themen des Online-Marketings für Sie.

 

Ohne großen Aufwand als Affiliate starten können Sie, indem Sie zunächst Ihre eigene Webseite oder Ihren eigenen Blog monetarisieren. Dies bietet einen weichen Übergang zu weiteren Monetarisierungen. Allerdings werden Sie hiermit nur dann Erfolge erzielen, wenn Ihre Webseite sowohl viel Traffic aufweist als auch Besucher, die auf die Werbung klicken. Es müssen also nicht nur viele Nutzer sein, sondern auch die Richtigen.

 

Affiliate-Seiten erstellen und soziale Netzwerke nutzen

Wer seine eigene Webseite(n) nicht für Zwecke des Affiliate-Marketing nutzen möchte oder kann, oder wer das Affiliate-Marketing nicht nur nebenbei betreiben, sondern wirklich nutzen möchte, der kann separate Affiliate-Seiten erstellen.

 

Der Vorteil dabei: Für jede Branche und Nische kann eine eigene Webseite erstellt werden, die interessierte Kunden anlockt, welche auch kaufbereit sind. Nehmen wir, um nicht Werbung für eine bestimmte Seite zu machen, ein erfundenes Beispielprodukt: XyzY ist ein Wunder-Kamm. Dieses Produkt vertreibt Online-Shop V, welcher ein Partnerprogramm betreibt. Ich möchte an XyzY mitverdienen, also kreiere ich eine Seite XyzY-online-kaufen.de. Diese Webseite fülle ich mit hochwertigem Content und wende Techniken der Suchmaschinenoptimierung an, um sie im Ranking von Google und Co. möglichst weit nach vorn zu bringen. Ist mir dies gelungen, werden vermutlich zu einem Großteil Nutzer auf meine Seite gelangen, die sich für das Produkt interessieren und kaufbereit sind – warum sollten Sie schließlich sonst eine Webseite namens XyzY-online-kaufen.de besuchen. Nun habe ich sehr gute Chancen, den Affiliate-Link zu Shop V sinnvoll einzubinden, so dass diese interessierten Nutzer auf ihn klicken, und durch die Provision Geld zu verdienen.

 

Solche Affiliate-Seiten sind teilweise heute, unter anderem durch die Updates des Google-Suchalgorithmus, nicht mit Spam-Seiten zu vergleichen, sondern teils mit hochwertigem Content bestückt. So wird der Nutzer zugleich informiert und kann das Produkt direkt kaufen, indem er dem Affiliate-Link folgt.

 

Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren viele Preisvergleich-Seiten. Sie benötigen keine derart genaue Spezialisierung, da sie verschiedene Reiseziele, Fluggesellschaften und Hotels anzeigen. Finden Nutzer über solche Preisvergleich-Seiten eine günstige Reise, folgen dem Link auf die Webseite des Veranstalters und buchen dort, erhalten die Betreiber der Preisvergleich-Seite eine Provision.

 

Auch über soziale Netzwerke kann man Affiliate-Links streuen. Ob in Facebook, Twitter, Pinterest und Co., durch Textlinks und Bilder lassen sich Affiliate-Links ebenso gut einbinden. Allerdings werden manchmal (je nach Bedingungen des Partnerprogramms) nur die Erfolge vom Partner bezahlt, die über die Webseite erzielt werden, mit der man sich beworben hat – jede zusätzliche Streuung des Links bringt zwar ggf. Reichweite, aber keinen Gewinn.

 

Inhouse-Partnerprogramm oder Netzwerk?

Neben großen Online-Shops haben meist auch besucherstarke Portale, Plattformen, Service-Anbieter und Agenturen eigene Partnerprogramme für Affiliates. Zu den bekanntesten Anbietern solcher so genannter Inhouse-Partnerprogramme gehören: Amazon, Check24, t3n, RankSider, Auxmoney, Fotolia und diverse weitere.

Do´s und Don’t´s für Inhouse-Partnerprogramme

Für die meisten Inhouse-Partnerprogramme müssen sich interessierter Affiliates mit ihrer eigenen Webseite unter Angabe ihrer persönlichen Daten bewerben und werden nur dann freigeschaltet, wenn sie insgesamt zu den Anforderungen passen, die der Partner stellt. Welche Anforderungen dies neben der Relevanz der Webseite für die Produkte des Partners sind, erfahren Affiliates oft selbst nicht. Vorteilhaft ist aber, wenn die eigene Webseite entsprechend des Suchvolumens der jeweiligen Branche möglichst traffic-stark ist sowie über hochwertigen Content und aktive Nutzer, die auch auf Werbung klicken, verfügt. Doch auch Webseiten mit wenigen Besuchern können hohe Conversion-Rates erzeugen und daher attraktiv für Partner sein.

 

Wie genau die Vergütung und die Rahmenbedingungen eines Partnerprogrammes aussehen, variiert sehr stark. Daher ist es besonders wichtig, genau zu lesen und zu verstehen, welche Bedingungen man akzeptiert.

 

So können nicht die Provisionen in Höhe und Art variieren (siehe “Wie wird vergütet?”), sondern auch Kündigungsgründe und Verbote. Einige Partner erlauben sich in ihren Bedingungen, grundlos kündigen zu können – und es sind Fälle bekannt, in denen angehäufte Beträge anschließend nicht mehr ausgezahlt wurden.

 

Ebenso verbieten einige Partnerprogramme, AdWords-Kampagnen auf bestimmte Keywords zu schalten, damit die Webseite des Affiliate bezüglich dieser Keywords nicht in direkter Konkurrenz zur Unternehmenswebseite des Partners steht. Werden solche Vorschriften verletzt, sperren einige Partner nicht nur den Account des jeweiligen Affiliate, sondern verlangen teilweise sogar hohe Vertragsstrafen.

 

Achten sollte man zusätzlich darauf, dass das Partnerprogramm unter Umständen auch das Umfeld des Affiliate-Links auf der eigenen Webseite regeln kann – keine AdSense-Werbung zu bestimmten Keywords, kein Affiliate-Marketing für konkurrierende Partner usw.

 

Doch solche Inhouse-Partnerprogramme sind nicht die einzige Möglichkeit. Affiliate-Netzwerke stehen oft Jedermann offen und sind gerade für Interessenten mit einer hochwertigen Webseite gut geeignet, die aufgrund ihrer Branche, Ausrichtung usw. nicht unbedingt zu den großen Inhouse-Partnerprogrammen passt.

 

Netzwerke: Alternative für (fast) Jeden

Bei Affiliate-Netzwerken wie Affilinet, Zanox oder SuperClix erhalten registrierte Affiliates Zugriff auf eine Bandbreite an Partnern, für welche man sich nach einzelnen Bewerbungen für interessante Partner werben kann. Selbst große Online-Shops (unter anderem Zalando, Xing, Jochen Schweizer) nehmen als Partner, so genannte Merchants, an Affiliate-Netzwerken teil, so dass man über diese Netzwerke für sie werben kann.

 

Die verdienten Einnahmen werden im Konto des Netzwerkes gesammelt und können dann in Summe ausgezahlt werden – so entfällt die individuelle Abrechnung pro Partner. Häufig können Affiliates bei solchen Netzwerken auch mehrere Webseiten registrieren – ein Vorteil, wenn man über ein Portfolio an Webseiten für verschiedene Sparten verfügt.

Wie wird vergütet?

Je nach Branche und Konkurrenzdruck variieren auch die Vergütunten teils stark. Dabei gibt es vier grobe Kategorien von Vergütungen, welche da wären:

 

Pay per Sale

Gerade bei hochpreisigen Produkten (z.B. Notebooks) und längerfristigen Verträgen für Handy, Versicherungen oder Pay-TV lohnt sich Pay per Sale, denn hier wird man pro Verkauf (oder pro Vertragsabschluss) bezahlt. Der Betrag, den man bei Pay per Sale erhält, kann sowohl ein prozentualer Anteil am Brutto- oder Netto-Verkaufserlös als auch eine festgelegte Summe sein. Ein Beispiel: “e wie einfach” zahlt 45 Euro pro Sale (Quelle).

 

Pay per Lead

Anders als bei der obigen Variante muss der Nutzer bei Pay per Lead nicht erst Geld ausgeben, damit seine Aktion dem Affiliate vergütet wird. Oftmals zählt als Lead eine Anmeldung bei einem Portal, für den Newsletter oder die Erstellung eines Accounts. Entscheidend für die Definition als “Lead” ist es, dass der Nutzer zwar kein Geld ausgegeben, aber dafür seine Daten hinterlassen hat. Mit diesen kann das Unternehmen sehr gut Marketing betreiben – entsprechend kostbar sind sie.
Vergütungen nach dem Prinzip Pay per Lead sind häufig zu finden, doch fallen oft geringe aus, als diejenigen bei Pay per Sale.

Pay per Active

Auch für Aktivitäten von Nutzern auf der verlinkten Webseite können Affiliates bezahlt werden – diese Variante ist allerdings eher selten anzutreffen. Was genau eine Aktivität ist, definieren die Richtlinien des jeweiligen Partnerprogramms; häufig sind es eine gewisse Anzahl an Aufrufen von Unterseiten der Unternehmens-Webseite oder eine andere aktive Handlung, bei der der Nutzer jedoch weder eine Kaufhandlung ausführt noch persönliche Daten hinterlässt.

 

Pay per Click

Diese Variante ist von AdSense und dem YouTube-Partnerprogramm – hier zahlt der Partner pro Klick auf den Link. Doch ein Klick allein ist nicht viel Wert – ob im übertragenen oder monitären Sinne. Die Preise für Pay per Click liegen bei wenigen Cent. Schließlich steigern Klicks zwar den Traffic der Unternehmens-Webseite, doch viel mehr auch nicht. Leads, Aktivitäten und Sales sind wertvoller, weshalb die Bezahlung per Click sehr selten geworden ist.

 

Sonderfall Lifetime-Provision

Neben Pay per Sale, Pay per Lead und Pay per Click existiert noch eine weitere, bei Affiliates recht beliebte Provisionsart: Die Lifetime-Provision. Dabei erhält der Affiliate nicht nur einmal eine gewisse Summe, sondern mehrmals, so lange, bis der Nutzer den Dienst des Partners nicht mehr in Anspruch nimmt. Häufig anzutreffen sind Lifetime-Provisionen bei Anbietern von Abonnements – ob Online oder Offline. Ordert der Nutzer ein Abonnement, nachdem er über den Affiliate-Link auf die entsprechende Seite gelangt ist, erhält der Affiliate meist eine einmalige Provision und zusätzlich einen Prozentsatz von jeder Lieferung des Abonnements oder einen festen Betrag. Wird das Abo-Produkt also monatlich verschickt, erhält der Affiliate monatlich eine Summe X – so lange, bis der Nutzer das Abonnement kündigt.

 

Der lange Atem macht den Unterschied

Ob Sie nun Affiliate-Netzwerke oder mehrere Inhouse-Partnerprogramme nutzen: Ohne einen langen Atem werden Sie keine zufrieden stellenden Erfolge erzielen. Einerseits muss Ihre Webseite permanent gepflegt und optimiert werden, um Ihr Ranking, damit Ihre Sichtbarkeit und damit wiederum Ihren Traffic zu steigern. Nur so können Sie die Chance erhöhen, dass möglichst viele Nutzer auf Ihre Werbung klicken und die entsprechenden Handlungen ausführen, damit Sie Ihre Provision erhalten. Der Grundbaustein Ihres erfolgreichen Affiliate-Marketing ist also Ihre Webseite.

 

Natürlich können Sie auch soziale Netzwerke nutzen. So hat YouTube ein eigenes Partnerprogramm, welches mit AdSense gekoppelt ist. Auch für Werbung auf Facebook gibt es einige Anlaufstellen und Möglichkeiten. Doch die nicht grundlos am häufigsten genutzte Variante ist die, Ihre eigene Webseite zu verwenden.

 

Gerade dann, wenn Sie mehre Inhouse-Partnerprogramme parallel nutzen, sollten Sie sich genau durchlesen, welche Bedigungen Sie damit akzeptiert haben. Denn noch unschöner als gesperrt zu werden, ist es, eine drei- oder vierstellige Vertragsstrafe zahlen zu müssen. Beachten Sie die Richtlinien Ihrer Partner, können Sie mit dem Einbinden von Affiliate-Links einen soliden Nebenverdienst aufbauen.


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