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Die neue Google Bildersuche: Weniger Traffic, mehr Ärgernisse

Direkter Zugriff auf ein gesuchtes Bild, als Vollbild und ohne erst die Ursprungsseite besuchen zu müssen – dies ist die neue Google Bildersuche. Seit dem 24. Januar diesen Jahres wurde sie weltweit eingeführt – mit Ausnahme von Deutschland und Frankreich, zwei Staaten, die für ihre vergleichsweise strengen Urheberrechtsrichtlinien bekannt sind.

 

Adé Kompromiss

Bis Januar 2013 war die von Google verwendete Variante der Bildersuche ein recht guter Kompromiss für die Suchmaschine und deren Nutzer bzw. Webmaster, der dem ungeschriebenen Gesetz “Traffic gegen Content” folgte.

 

Mit einem Klick auf ein Bild-Suchergebnis wurde – und wird in Deutschland sowie Frankreich noch – die Urspungsseite in einem iFrame angezeigt, inklusive zwei Links “Webseite mit diesem Bild” und “Bild in Vollgröße”. Der Traffic, der über das Anklicken des Bild-Suchergebnisses generiert wurde, erhielt die Ursprungsseite, auf dieser konnten auch Interaktionen durchgeführt werden, und mit nur einem weiteren Klick konnte das Vollbild angezeigt werden. Daher waren auch Webmaster – vor allem Foto- und andere bildende Künstler – zufrieden.
 
Google Bildersuche vor dem Update
 

Vier Links, die nicht viel nutzen

Seit der Umstellung der Bildersuche wird jedes Bild-Suchergebnis direkt in der Suche angezeigt:
 
Google Bildersuche nach dem Update

Die Ursprungsseite ist nicht zu sehen. Stattdessen lässt sich direkt zwischen den Suchergebnissen navigieren, ohne ein neues Tab öffnen zu müssen. Zwar verweisen vier Links (statt, wie vor dem Update, zwei) auf die Ursprungsseite (im Bildbeispiel “edible flowers”, die URL unter diesem Schriftzug, das Bild selbst sowie der Button “Visit page”). Damit wurden im Vorfeld Webmaster beruhigt, es gäbe somit keine Gefahr eines Traffic-Verlustes. Doch Fakt ist: Wer sich das Bild der blauen Pflanze direkt in den Suchergebnissen ansieht, hat den Vorteil, den der Webmaster der Seite nuwildroots zur Verfügung stellt, doch die Gegenleistung in Form von Traffic bleibt aus. Zumal die moralisch-implizite Zustimmung, dass Google fremde Bilder zeigen darf, erfolgte, als das System (wie oben beschrieben) noch deutlicher einen Kompromiss aus Zielen der Suchmaschine und Bedürfnissen der Webmaster schloss.

 

Zufrieden stellende Lösung nicht in Sicht

Nun könnten einige Nutzer mit SEO-Erfahrung einwenden, man könne die Bilder per htaccess quasi sperren und dem Googlebot ein anderes Bild ausliefern, als der Nutzer auf der Ursprungsseite zu sehen bekommt. Die Erfahrung des Künstlers und (Bild-)SEOs Martin Mißfeldt mit seiner Webseite martin-missfeldt.com, die hauptsächlich anglophones Publikum aufweist, spricht jedoch dagegen:

 

“[…] Übrigens ist der negative-Peak in der Woche nach der Einführung darauf zurückzuführen, dass ich eine htaccess-Weiche eingebaut hatte. Statt des richtigen Bildes habe ich eine abgedunkelte Version an die Bildersuche ausgeliefert, mit dem Hinweis, dass man das richtige Bild sehen kann, wenn man es anklickt. Das brachte aber leider nicht den gewünschten Erfolg. Stattdessen flogen meine Bilder scharenwise aus dem Google-Index. Als ich die htaccess-Umleitung wieder herausgenommen habe, hat sich alles “normalisiert”. Nun sind es eben nur noch halb so viele Besucher, die auf meine Website gelangen.

Daraus ergibt sich schon, warum ich Google nicht ausgesperrt habe: Besser noch ca. 2.000 Seitenaufrufe pro Woche als keine Seitenaufrufe. Oder? […]”
Quelle: Martin Mißfeldt auf tagseoblog.de

Die andere, rigorose Möglichkeit wäre, die komplette Seite mit robots.txt zu sperren. Wie gesagt, dies wäre rigoros und würde dem Sinn und Zweck der Suchmaschine widersprechen.

 

Die Frage, über die jeder Nutzer und Webmaster selbst sein Urteil fällen muss, lautet: Sollte Googles Monopolstellung etwa dazu führen, dass man sich für den kommerziellen bzw. sozialen Erfolg den immer enger und webmasterunfreundlicher werdenden Überraschungs-Updates des Internetriesen unterwerfen muss?

 


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Proteste aus Kreisen der Webmaster

Betreiber von Webseiten, darunter natürlich viele (Foto-)Künstler, möchten sich unter Führung des Düsseldorfer Künstlers Michael Schilling gegen die neue Google-Bildersuche zur Wehr setzen und gründeten daher die Initiative “Verteidige dein Bild”. Hier können sich Gegner des neuen Updates in eine Unterschriftenliste eintragen und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Wer auf seiner eigenen Webseite das Problem publik machen möchte, dem stehen im Pressebereich der Seite Banner zur Verfügung.

 

Bildersuche Statistik
Quelle des Bildes hier


Plus für den unbeteiligten Nutzer

Wer weder Webmaster noch Blogger ist, weder Künstler noch in einer anderen Form und zu einem anderen Zweck Bilder online stellt – für denjenigen ist das Bildersuche-Update sicherlich eine Verbesserung. Um Webseiten zu finden, nutzt man die Standard-Suche, um Bilder zu finden, eben die Bildersuche. Und wer ein Bild finden möchte, der führt in der Regel nur zwei Handlungen aus: er sieht es sich informationshalber an, oder downloaded es. Oder beides.

 

Zumeist möchten Nutzer nicht erst die Ursprungsseite betrachten, denn das Bild liegt im Zentrum ihres Interesses. Und da im Netz das Urheberrecht seine scheinbare, durch konkrete Handlungen seitens Unternehmen wie Google kreierte untergeordnete Rolle zu festigen scheint, wird sich dieser Umstand wohl nicht ändern – vollkommen wertfrei betrachtet. Für Nutzer also, die einfach schnell Bilder finden und sich diese ansehen oder herunter laden möchten, ist Googles neue Bildersuche eine Komfortverbesserung und Zeitersparnis.


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