Die Folgen des neuen Facebook Newsfeed für Social Media Marketing

Vor kurzem hat das mit 1 Milliarde Nutzern weltweit größte soziale Netzwerk der Welt, Facebook, die Aktualisierung seines Newsfeed bekannt gegeben. Dies ist die erste größere Überarbeitung des gebündelten Nachrichtenstromes von Freunden und Medien seit sieben Jahren. Zuvor besserten Zuckerberg & Co. lediglich sporadisch einige Probleme aus, wodurch ein Mosaik aus verschiedenen, teils recht unübersichtlichen Funktionen entstand. Nun also das große, etappenweise Roll-Out des komplett überarbeiteten Newsfeed – aus Facebook´s Sicht eine Revolution und nunmehr die “beste personalisierte Zeitung der Welt” (Mark Zuckerberg).

 

Welche Neuerungen werden konkret umgesetzt?

Generell gilt bei der Umsetzung des neuen Newsfeed das Motto: Mehr ist mehr. Fotoalben, einzelne Bilder und Videos, Ortsangaben, Links und neue Freundschaften werden allesamt prominenter dargestellt und nehmen mehr Platz ein. Das lästige Anklicken eines Bildes, um es groß genug zu haben, es in Gänze sehen zu können, entfällt in der Mobil-Version nun. Auch Vorschaubilder sind größer. Auffällig: Der “Facebook”-Schriftzug in der blauen Leiste am oberen Bildschirmrand ist verschwunden und einem weißen “f” gewichen. Damit tritt Facebook in die Fußstapfen Twitters, welche ebenfalls kürzlich ihren Markennamen aus dem Logo entfernt haben. Facebook ist längst zur Weltmarke geworden, und allein die blaue Farbe in Kombination mit dem weißen “f” genügt der Wiedererkennung.

Die größte Neuerung aus Sicht des Nutzers sind wohl die Filterfunktionen. Sie sollen es in Zukunft ermöglichen, die Flut an Posts zu filtern wie Kleidung in einem Online-Shop. Solche Filtermerkmale werden unter anderem “Neueste Meldungen”, “Alle Freunde”, “Fotos”, Musik” und “Abonnements” sein. Die Rubriken “Spiele” und “Gruppen” bleiben erhalten und wandern mit in die Liste der Filter. Diese grundlegende Änderung soll Nutzer vermutlich durch den verbesserten Komfort in erster Linie dazu animieren, noch mehr Zeit in Facebook zu verbringen. Vermutlich ist der neue Newsfeed eine große Chance, Werbung weiter zu personalisieren und in spezielle Themengebiete einzugliedern.
Was der Newsfeed für das Marketing vor allem von Unternehmen mit eher begrenztem Werbebudget bedeutet, dazu im Folgenden mehr.

 

Klarer, schöner, größer

Rund 50% aller Nachrichten in Facebook sind Bilder oder Videos. Um diesen Fokus noch stärker zu setzen, sind im neuen Newsfeed Bild- und Video-Posts wesentlich prominenter platziert und werden größer dargestellt. Auch das zugehörige Miniaturbild, also z.B. das Profilbild des Freundes, der einen Inhalt geteilt hat, oder das Logo des Unternehmens, sind nun größer. Top-shared Artikel nehmen ebenso mehr Platz denn je ein.
Insgesamt ist die umgebende Struktur klarer, wodurch der neue Newsfeed aufgeräumter und entspannter wirkt.

 

neuer Newsfeed Facebook

 

Da Facebook-Apps für Smartphone und Tablet sowie die Desktop-Version einander angepasst wurden, um mehr Einheitlichkeit zu schaffen und die Wiedererkennung der Marke Facebook zu verbessern, entfallen auch die bisherigen “Kinderkrankheiten” der Mobil-Version wie das notwendige Antippen eines Bildes oder Videos, um es vollständig sehen und kommentieren zu können. Darüber hinaus wurde sich jedoch auch an den Apps orientiert, um die Desktop-Version zu verbessern. So wurde beispielsweise die herausklappbare linksseitige Navigation der iPhone-App in den Browser übernommen. Dies ermöglicht eine schnellere und problemfreie Orientierung mit integrierter Suchleiste im oberen Abschnitt des Menüs.
Eine weitere Inspiration der Desktop-Version durch die Apps: Die Anzeige neuer Meldungen als kleine Benachrichtigung im Newsfeed zeigt während des Stöberns in den Posts, wie viele neue Meldungen existieren, und erlaubt per Klick das Hochscrollen zu diesen.

Ortsangaben über Maps und Veranstaltungen nehmen nach dem Roll-Out ebenfalls mehr Platz ein. Zudem erlaubt eine in die Meldung einer Veranstaltung integrierte Schaltfläche die direkte Zusage.
Werden in Facebook neue Freundschaften geschlossen, erscheint diese Meldung nun nicht nur prominenter und etwas größer, sondern auch mit dem Profilbild und Hintergrund des neuen Freundes, dem Profilbild des Nutzers sowie kurzen Profil-Informationen wie der Arbeitsstätte und der Anzahl gemeinsamer Freunde.

 

Sogar die Konkurrenz bindet Facebook prominenter ein: Meldungen via Pinterest & Co. werden ebenfalls größer angezeigt und ziehen somit mehr Aufmerksamkeit auf sich.

 

Mehr Individualität und Übersicht

Mit der neuen Filterfunktion stehen dem Nutzer bis dato unbekannte Mittel der Kontrolle und Personalisierung zur Verfügung. Mit nur wenigen Klicks kann man sich nur Posts von Freunden, nur Fotos, nur Musik und Informationen über Musiker, derer Fan man ist oder auch nur Posts von abonnierten Seiten anzeigen lassen. Dies ordnet die Flut an Posts, welche man täglich auf seiner Facebook-Seite sieht – eine mehr als praktische Neuerung vor allem dann, wenn man Fun- oder bildintensive Seiten geliked hat.
Sofern die nach “nur Freunden” gefilterten Posts auch tatsächlich frei von sponsored Posts bleiben, eine enorme Komfortverbesserung für den Nutzer.

neuer Newsfeed - FilterWerbende Unternehmen sehen in der Neugestaltung den Vorteil, ihre Werbung durch die bekannten sponsored Posts weiter zu personalisieren, indem sie den Filterfunktionen angepasst wird. Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen: Entweder, man setzt auf die Qualität der eigenen Posts und darauf, dass viele Nutzer diese liken und teilen – denn so werden sie natürlich in jedem Fall im Newsfeed der Freunde angezeigt, wenn diese nach “nur Freunde” filtern. Die zweite Möglichkeit besteht darin, (zusätzlich oder verstärkt) auf bezahlte Werbung zu setzen: Logout-Pages und Right-Hand-Ads bleiben hierfür ebenso eine gute Möglichkeit wie die altbekannten sponsored Posts, welche wohl nicht verschwinden oder durch die Filter eingeschränkt werden.

Zuletzt kann man auf Facebooks bisher vergleichsweise gut gelungenen Spagat zwischen Nutzerzufriedenheit und Advertiser-Bedürfnissen setzen und darauf spekulieren, dass das Netzwerk innovative Formen der Werbung entwickeln wird, welche mit den nun vorhandenen Freiheiten der Nutzer konform gehen und dennoch effektiv sind. Zumindest bietet der neue Newsfeed Advertisern die Chance, ihre Werbung weitaus exakter in ihrer Zielgruppe zu platzieren, dafür sorgen die Personalisierungen in Verbindung mit auffallenderen, größeren Anzeigenbildern, die durch die Vereinheitlichung eher noch wie gewöhnliche Inhalte aussehen.
Angesichts der Tatsache, dass Facebook nicht von seinen Nutzern finanziert wird (sondern höchstens von deren Daten, um es zugespitzt auszudrücken), ist die Wahrscheinlichkeit durchaus hoch, dass wir bald mit neuen Werbeformen konfrontiert werden. Dennoch: Auf sehr gute Inhalte zu setzen, die ein hohes virales Potential besitzen und einen Mehrwert bieten (also vor allem Bilder und Videos), bedeutet niemals, Perlen vor die Säue zu werfen.

 

Freunde und Inhalte

Oft kommt es vor, dass im Freundes- und Bekanntenkreis die gleichen Seiten geliked oder abonniert werden und daher Nachrichten mehrfach im eigenen Newsfeed erscheinen, wenn sie Freunden gefallen. Dem hat Facebook nun einen Riegel vorgeschoben: Kommen Inhalte mehrfach im Newsfeed eines Nutzers vor, werden sie automatisch zusammen gefasst, so dass sie lediglich einmal erscheinen. Auch die Kommentare unter jedem der Inhalte werden unter dem jeweils angezeigten Inhalt zusammen gefasst. Ebenfalls eine Maßnahme, um dem Post-Wirrwar zu entgehen und mehr Komfort zu schaffen. Wie vielen und welchen Freunden dieser Inhalt gefallen hat, wird natürlich dennoch angezeigt. So lässt sich auf einen Blick erkennen, wem was gefällt, wer was geteilt hat und was Freunde empfehlen.

 

Vorteil für Facebook-Marketing?

Vermutlich nicht. Zum einen ist bereits hinlänglich bekannt, dass sehr gute Inhalte – ob Video, Bild, Link oder Text – mehr Erfolg bringen als stumpfe Werbebotschaften. Sponsored Posts bleiben wohl erhalten und ermöglichen sogar ein noch genaueres Zuschneiden auf die spezielle Zielgruppe jedes Unternehmens.

Auch zu bedenken gilt: Zufriedenere Nutzer verbringen mehr Zeit im sozialen Netzwerk und sind daher auch affiner für Werbung. Und dass Facebook mit seinem neuen Schachzug einen Schritt in Richtung größerer Nutzerzufriedenheit getan hat, steht wohl fest.

 

Übrigens: Wer den Roll-Out des neuen Newsfeed nicht erwarten kann, dem bietet sich unter diesem Link die Möglichkeit, sich dafür anmelden, frühzeitiger umgestellt zu werden. Zudem findet sich unter gleichem Link die offizielle Hochglanz-Präsentation des neuen Newsfeed mit wichtigsten Funktionen.



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