Anleitung für eine suchmaschinenoptimierte Navigation

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Sie haben alles richtig gemacht: Ihre Webseite rankt gut, hat ein natürliches Backlinkprofil, und sogar Produktseiten und Bilder sind bis ins Detail für Suchmaschinen optimiert. Das ist sehr gut – doch ein wenig Verbesserungspotential gibt es dennoch: Auch Ihre Navigation will mit Hilfe von SEO optimiert sein, undzwar nicht nur die technischen Aspekte!

Jeder, der Grundkenntnisse in Suchmaschinenoptimierung hat, weiß: Man benötigt interne Links zu allen Unterseiten, es dürfen nicht zu viele Navigationselemente vorhanden sein, da sonst in der Masse zu viele Links entstehen, Dropdown Link Content muss vor JavaScript geladen werden, damit die Suchmaschinen die Dropdown-Menüs auch lesen können usw. Doch diese Hinweise reichen nicht aus, um die Navigation der eigenen Webseite SEO- und lesergerecht zu gestalten. Daher haben wir im Folgenden ein kurzes Handbuch angefertigt, welches die wichtigsten Maßnahmen enhält, um für Google & Co. die Navigation möglichst leicht zugänglich zu machen.

Die perfekte Navigation

 

Die universale Navigation

Ihre Nutzer sollen möglichst viel von Ihrer Webseite sehen. Daher ist eine prominent platzierte und einfache Navigation das A und O. Zumeist befindet sich die universale Navigation, die als eine Art “Streifen” auf jeder Unterseite zu sehen ist und sich nicht verändert, ganz oben unterhalb Ihres Logos oder – seltener – am linken Rand.
In jedem Fall verlinkt Ihre universale Navigation auf die wichtigsten Bereiche Ihrer Seite, beispielsweise auf die Kontaktseite, das Impressum oder den Shop.
Interne Verlinkungen zeigen die Wichtigkeit von Unterseiten, so dass Seiten der universalen Navigation besser ranken werden, als solche, die sich in der Navigationsstruktur weiter unten befinden. Gleichzeitig sieht das für Suchmaschinen so aus, als würde jede Unterseite zu den Top Level Pages verlinken. Der Fehler dabei: die Navigation wie ein Inhaltsverzeichnis aufzubauen.

Stattdessen sollten Sie Ihre Navigation auf Ihr Unternehmen oder Ihre Bedürfnisse anpassen, zum Beispiel: Produkte | Über uns | Kontakt | Impressum. Dabei hat jeder Link in der universalen Navigation einen Backlink von jeder Unterseite.
In den meisten Online-Shops beinhaltet die universale Navigation darüber hinaus die übergeordneten Produktgruppen, z.B. Jacken | Blusen | Schuhe | … Die goldene Regel: Bei Top Navigation nicht mehr als sieben Navigationselemente, bei links angebrachter Navigation höchstens 20. Um ein Beispiel zu nennen, nutzt die deutsche Amazon-Webseite 16 links angebrachte Kategorien plus fünf in der Top Navigation.

Die perfekte Navigation

Step by Step zur universalen Navigation

    1. Falls Sie es nicht ohnehin schon tun: Finden Sie mit Hilfe von Google Analytics heraus, warum Besucher auf Ihre Webseite kommen und was sie dort tun:
        1. Welche Suchbegriffe verwenden Besucher, bevor sie auf Ihre Seite gelangen? Haben sie gefunden, wonach sie gesucht haben?

       

        1. Falls Sie die seiteninterne Suche tracken: Welche Suchbegriffe verwenden Nutzer, wenn sie auf Ihrer Seite sind? Nur 10% aller Nutzer verwenden überhaupt die seiteninterne Suche. Kommt dies vor, ist es per se ein Zeichen dafür, dass das gesuchte Produkt schwer zu finden ist.

       

        1. Welche Unterseiten haben den meisten Traffic? Diese sollten in der Navigation auftauchen. Konvertieren sie jedoch recht gering: Gibt es ähnliche Seiten, auf die Sie den Traffic lenken könnten?

       

        1. Welche sind Ihre Top Exit Pages? Sie sollten, wann immer es Sinn macht, ebenso in die Navigation eingebunden werden.

       

    2. Teilen Sie Ihre Produkte und Schlüsselseiten in Kategorien ein. Erstellen Sie ein Cluster aus ähnlichen Produkten und/ oder Produktgruppen; so wissen Sie, was sinnvoller Weise zu einander gehört und zeigen dem Nutzer, was ihn sonst noch interessieren könnte. Vergessen Sie dabei nicht, dass Ihre Kategorien benannt werden müssen, gerade, weil ein Produkt in mehreren Kategorien vorkommen kann.

 

  1. Wie populär sind Ihre Keywords? Nutzen Sie das AdWords Keyword Tool, um dies herauszufinden, und suchen Sie mit Hilfe der SEOmoz Toolbar nach diesen Keywords. Ihre Kategorienamen sollten häufig gesuchten Keywords zumindest teilweise entsprechen!

 

Dropdown-Menüs?

Zunächst einmal: Denken Sie an mobile Nutzer. Auch mit einem Tablet, Smartphone oder der Touchscreeen-Version von Windows 8 sollte Ihre Webseite barrierefrei bedienbar sein. Verwenden Sie daher keine Dropdown-Menüs, wenn Sie keine separaten Mobil-Seiten haben!

Jedes Dropdown-Menü muss ins HTML eingebunden sein, da Suchmaschinen es sonst nicht lesen können. Mit CSS oder JavaScript kann es dann versteckt werden, wenn die Seite einmal geladen ist. Listen Sie im Dropdown-Menü zudem nicht zuviele Links auf – maximal 100 pro Seite. Andernfalls verlinken Sie von jeder Seite auf jede Seite, da die Navigation inkl. Dropdown auf jeder Ihrer Unterseiten erscheint.

 

Navigationsseiten

Sie sind der beste Ort, um seltener genutzte oder weiter gefasste Keyowords unterzubringen, die in der Navigation stören würden. Nutzen Sie auf jeder Navigationsseite das jeweilige Keyword im Header, im Seitentitel und erstellen Sie einen rund 200 Wörter langen Text für den Beginn der Seite, in dem Sie erklären, was Sie auf dieser Seite anbieten. Schließlich ist dies auch eine Landingpage!
Nutzen Sie darüber hinaus die Keywords in Links zu den eigentlichen Produktseiten oder zu hoch konvertierenden Seiten.

 

 

Filter

Ohne Filter fällt es Nutzern schwer, Ihre Produkte zu sortieren. Finden sie nicht in kürzester Zeit, wonach sie suchten, wenden sie sich wahrscheinlich frustriert von Ihrer Seite ab und behalten die schlechte Erfahrung im Hinterkopf.
Um es Ihren Nutzern so einfach wie möglich zu machen, sollte sich der Filter oben auf der Seite befinden und übersichtlich gehalten sein, ohne jedoch wichtige Filtermerkmale (Preis, Größe, Farbe, Eigenarten etc.) auszulassen.

Doch Achtung: URLs mit Filter-Parametern können unter Umständen Duplicate Content erstellen! Dem sollten Sie entgegen wirken. Ein Beispiel:
Die übliche Möglichkeit, Filter aufzubauen, ist domain.de/entität?groesse=44&farbe=blau. Hier entstehen jedoch zwei URLs, da die Anordnung der Filterparameter beliebig ist und somit ggf. Duplicate Content kreiert wird.
Die beste Möglichkeit, um diesem vorzubeugen, ist folgende: domain.de/entität#groesse=44. Hier wird zwar die Sichtbarkeit verringert, doch es entsteht nur eine URL, nämlich domain.de/entität, da die Filterparameter, die dem # folgen, nicht indiziert werden.

Es gibt zwei Wege, den optimalen Filter zu erstellen:

    1. Ordnen Sie die Filter. Lassen Sie beispielsweise in der URL die Marke immer zuerst anzeigen, danach die Größe und schließlich die Farbe. Wenn Ihre Nutzer beispielsweise die Produktauswahl einer Marke vor sich haben und erst nach Größe, dann nach Farbe filtern, erhalten Sie eine URL wie domain.de/entität/marke_farbe/?_q=marke&price_from=17&price_to=100&sc. Auch, wenn man die Filter in anderer Reihenfolge auswählt, erhält man die gleiche URL.
      Verwendet man zusätzlich Canonical Tags, die dafür sorgen, dass nur die originale Seite indiziert wird, entsteht kein Duplicate Content. Der Nachteil: Je nachdem, wie viele Filter existieren, können hunderte von Navigationsseiten entstehen, die sich nur in den Filterparametern unterscheiden.

Die perfekte Navigation

  1. Die Filter nicht indizieren. Wenn sämtliche Filterparameter garnicht indiziert werden sollen, kann man Hashtags (#-Symbole) verwenden. Sie erzielen, dass die Suchmaschinen nur auf den URL-Text vor dem Hashtag achten. Das gleiche Ergebnis erhält man, wenn man diese Filterparameter in den Webmaster Tools von Google und Bing ausschaltet. Gut hieran: Links, die auf die gefilterte oder ungefilterte Version der Navigationsseite verweisen, werden ausschließlich zur Page Authority der ungefilterten Navigationsseite gezählt und lassen diese im Ranking steigen.
    Doch auch hier gibt es einen Nachteil: Da die Seiten nicht indiziert werden, können sie auch nicht ranken, und es entgeht einem ggf. Traffic.

 

 

Produktseiten

Navigation hört nicht bei Produktseiten auf! Auf einer Produkt- oder Konversionsseite möchten Sie, dass Ihre Kunden zur Navigationsseite zurückgehen können, auf der Sie zuvor waren (vertikale Verlinkung) und dann zu ähnlichen Produkten wechseln (horizontale Verlinkung).

Die perfekte Navigation

Bei der vertikalen Verlinkung sind vor allem die so genannten Breadcrumbs, zu deutsch Brotkrumen, wichtig. Sie befinden sich in der Regel zwischen Top Navigation und Produktdetails und dienen auf einer Unterseite der Orientierung, indem sie den Weg kennzeichnen, den man gegangen ist, um zum Produkt zu gelangen. So wird sichergestellt, dass sich der Nutzer nicht zwischen Top Navigation und Produktseite verliert. Zudem zeigen die Brotkrumen Suchmaschinen wie Nutzern, wie die Produktseite in die Gesamtstruktur der Webseite passt.
In einigen Fällen zeigt Google sogar eher die Brotkrumen als die URL der Seite, da es klarer und strukturierter wirkt.

Für natürlicher aussehende Brotkrumen können die Kategorien, in denen sich ein Produkt befindet, auf der Produktseite in eine Navigationsseite verwandelt werden. In dieser Form werden Brotkrumen nicht von Suchmaschinen berücksichtigt, vermehren aber die Anzahl der Backlinks zur Navigationsseite, was die Seitenhierarchie unterstützt.

Horizontale Verlinkungen sind zum Beispiel Links zu verwandten oder ähnlichen Produkten. So erlauben die Produkte, ihre Page Authority mit anderen Produkten zu teilen, statt dass alle internen Links auf die Navigationsseite verweisen.

 

 

Schluss

Bei allen Maßnahmen sind Tests der Bedienbarkeit enorm wichtig. Nur auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass die Nutzer finden, wonach sie suchen, und Sie dadurch erfolgreich bleiben. Gerade die Google Webmaster Tools helfen, um zu überprüfen, ob Googlebot auch tatsächlich die Navigation crawlen kann. Ist dies der Fall und haben Sie alle obigen Hinweise beachtet, können Sie beruhigt sein: Ihre Webseite ist Google- und benutzerfreundlich.



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