Mobile SEO: Die besten Tipps für Einsteiger

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Seit der Weiterentwicklung von einfachen Handys, die lediglich zum Telefonieren, Snake spielen und SMS schreiben taugten, zu smarten Multitalenten hat sich auch die mobile Suche durchgesetzt. Wer unterwegs ist und etwas wissen möchte (weil ein Freund sich sicher ist, dass die Information, die er morgens in der BILD-App gelesen hat, stimmt; oder weil es unfassbar ist, dass dieses schöne Restaurant neben der Arbeitsstelle nun geschlossen ist und Ersatz her muss) - derjenige wartet nicht, bis er zuhause oder auf der Arbeit angekommen ist. Es wird jedes verfügbare Zeitfenster genutzt, sei es auch noch so winzig - die Bahnfahrt, das Anstehen an der Kasse, das Warten auf die U-Bahn oder die kurze Zeit zwischen zwei Meetings.

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich das Suchvolumen auf mobilen Endgeräten verfünffacht und liegt laut SEOlytics nun bei etwa 12%. Offensichtlich, dass es überfällig ist, eine mobile SEO-Strategie zu konzipieren. Worauf Sie dabei achten müssen und welche Faktoren häufig in fehlgeleiteten Prozessen enden, das erfahren Sie im Folgenden.

Merkmale der mobilen Suche

Der größte Unterschied zwischen Desktop- und mobiler Suche besteht im Gesuchten selbst: Über mobile Endgeräte werden am häufigsten lokal getriebene Suchanfragen gestellt, beispielsweise “Restaurant Essen Ruhr”. Sehr beliebte mobile Suchbegriffe ranken sich auch um Themen wie Dienstleister (Friseure, Cafés etc.) oder andere freizeitgebundene Aktivitäten (z.B. “Eintrittspreise Zoo Duisburg”).

Lokale Suchanfrage per Desktop und Mobile

Informationen, die in der Desktop-Version der Google-Suche als aggregierte Informationen auf der rechten Bildschirmseite angezeigt werden, stellt die mobile Version als Linkliste dar. Mit Klick auf eine der Suchergebnisse aus dieser Liste gelangt man auf eine automatisch angelegte Unterseite, auf welcher Informationen wie Telefonnummer, Öffnungszeiten, die Map, Fotos, Bewertungen usw. angezeigt werden:

Informationen zur lokalen Suche per Mobile

Auch die Darstellung des Wetter Widget und des Knowledge Graph varriert bei der mobilen Suche im Vergleich zur Desktop-Version. Diese werden mobil priorisiert angezeigt und verdrängen damit organische Suchergebnisse in den “below the fold”-Bereich. Ein klarer Nachteil für Webmaster, da deren Seiten oft nur durch Scrollen sichtbar werden.

Knowledge Graph per Desktop und Mobil

Somit ist klar, dass vor allem die Top Treffer der Suchanfrage auf mobilen Endgeräten eine wesentlich bedeutendere Rolle einnehmen als in der Desktop-Suche. Der sichtbare Bereich ist kleiner und komprimierter, wird jedoch bewusster wahrgenommen. Dadurch gewinnen die sofort sichtbaren Suchergebnisse eine wesentlich höhere Klick-Rate. Auf langes Scrollen oder gar das Blättern auf Seite 2 der Suchergebnisse verzichten die meisten mobil-Nutzer.

Aufgrund dieser Entwicklung steigt die Bedeutung von Click-to-Download-Ads und SEA-Anzeigen. Bei Click-to-Download-Ads wird der User-Agent erkannt und die Werbung gerätespezifisch angepasst, so dass beispielsweise iPhone-Nutzern priorisiert Apps für iOS angezeigt werden. SEA-Anzeigen hingegen setzen auf das generelle Interesse der Nutzer oder werden per Geo-Targeting lokal eingesetzt.

Wer schnell zwischendurch nach einer konkreten Information sucht, möchte möglichst wenig eintippen müssen und handelt auch entsprechend: mobile Keywords sind oft kürzer als solche, die bei Desktop-Suchanfragen eingegeben werden, longtail-Keywords kommen nur selten vor. Auf diese kürzeren Keywords sollten Sie Ihre mobile-Seite optimieren.

Auch die CTR (Click-through-Rate) sollte möglichst gering ausfallen, da mobil-Nutzer nicht tief in die Seitenstruktur eindringen, um die gesuchte Information zu finden. Häufig werden nicht einmal 2 Klicks getätigt.


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Für Sie als Webmaster bedeutet das konkret:

    1. Erstellen Sie mobil-Versionen Ihrer Webseite für Smartphones und Tablets. Selbst einfach gehaltene mobil-Seiten sind wesentlich besser, als dem mobilen Nutzer auf seinem kleinen Display die gewöhnliche Desktop-Seite anzuzeigen! Kaum ein Nutzer nimmt es in Kauf, erst herauszoomen und ständig scrollen zu müssen.
      Sie können Ihre mobil-Versionen entweder in einem Verzeichnis ablegen (URL-Struktur xyz.de/mobile oder xyz.de/tablet) oder eine Subdomain verwenden (URL-Struktur mobile.xyz.de oder tablet.xyz.de). Die Verwendung einer Subdomain hat den Vorteil, dass, falls Ihre Desktop-Seite einmal durch ein niedrigeres Ranking abgestraft werden sollte, Ihre mobil-Seite in den meisten Fällen nicht davon betroffen ist.
    1. Vereinfachen Sie Ihre mobil-Seiten so weit wie möglich und vermeiden Sie Duplicate Content. Zwei vorbildliche Beispiele was die Gestaltung von deutschen Smartphone-Versionen angeht sind Amazon und Zalando. Eine klare Struktur mit möglichst wenigen Elementen und einem übersichtlichen Design sind hier das A und O. Die Seitenbreite sowie Bilder sollten auf die Displaygröße angepasst sein und auch die Ladezeit gilt zu beachten. Schließlich werden mobil-Seiten häufig von unterwegs aufgerufen, also über das mobile Internet und nicht über WLAN, wodurch mit vielen Bildern und Hintergründen ausgestattete Seiten oft derartig lange Ladezeiten benötigen, dass der Nutzer zwischenzeitlich zum Konkurrenten gewechselt ist. Zalando macht vor, wie es richtig ist:

Mobile-Version von Zalando
3. Achten Sie auf eine exakte User-Agent-Erkennung. Daten über Browser, Betriebssystem und Gerät helfen Ihnen, zu verstehen, wie und mit welchen Geräten Ihre Nutzer auf Ihre mobil-Seite gelangen und ermöglichen eine genau zugeschnittene Optimierung. Falls Sie nicht mit Ihrer Mobil-Seite ranken (möchten), richten Sie eine automatische Weiterleitung ein, die auf der User-Agent-Erkennung beruht.

Die mobile Zukunft

Wie Sie sehen, ist die Vermutung, dass mobile Suchanfragen weiterhin stark zunehmen werden, durchaus begründet. Vermutlich wird auch die lokale Suche bedingt durch die Nutzungsweise von Smartphones und Tablets im Alltag noch mehr Bedeutung gewinnen. Verpassen Sie also nicht den wachsenden Trend und investieren Sie ein wenig Zeit in die Erstellung von mobil-Seiten. Ihre Nutzer werden es Ihnen danken!

Wie erfolgreich Sie mit Ihrem mobile-Konzept sind, lässt sich übrigens im Bereich “Mobile Analytics” in Google Analytics nachvollziehen.


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