Den eigenen Schreibstil verbessern & schöner schreiben

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Häufig liest man Sätze und einzelne Worte, deren grammatische Struktur, Rechtschreibung und Wortwahl, sagen wir, nicht recht konform mit dem Duden zu sein scheinen. Gerade im Internet, auf Blogs und Webseiten, in Kommentaren und im Social Web finden sich teils fragwürdige Konstruktionen. Darauf angesprochen, reagieren Webseitenbetreiber pikiert: “Ein paar Fehler sind nur menschlich und machen meinen persönlichen Stil aus!” Falsch.


Schreibstil ist eine Frage des Handwerks. Und bei jedem Handwerk muss man die wichtigsten Griffe erst beherrschen, damit das Ergebnis zufrieden stellend ist: Ein Haus ist auch nicht “persönlich”, weil das Fundament bröckelt und Wasser durchlässt.

 

Ein Blog mit gutem, einwandfreiem Schreibstil wirkt hochwertig, gepflegt und zeigt, dass sich der Blogger wirklich Mühe macht, um Qualität zu liefern. Sowohl den Lesern als auch potentiellen Advertisern signalisiert man damit, dass das Bloggen nicht nur “einfach so, nebenbei” betrieben wird, sondern, dass es wichtig ist, eine Herzensangelegenheit. Zusätzlich verbessert man seine Schreibfertigkeiten, so dass es nach einiger Zeit keiner großen Anstrengungen und bedeutend weniger zeitlicher Invesitionen mehr bedarf, wirklich gut zu schreiben. Ein Plus ist darüber hinaus, dass Google guten Content immer weiter in den Fokus seines Algorithmus setzt. Bemüht man sich also, möglichst fehlerfrei und ansprechend zu schreiben, ist man in vielerlei Hinsicht auf der sicheren Seite.

 

Dieser Blogbeitrag richtet sich an ambitionierte Einsteiger in Themen der sprachlichen Gestaltung, die ihren Schreibstil verbessern möchten, ohne dabei mit Fachbegriffen zu überwältigen. Daher sollen eine ausführliche Liste mit häufig auftretenden Fehlern und Wordclouds als Inspiration für abwechslungsreiche Ausdrucksweisen Ihnen Hilfestellungen an die Hand geben, die im alltäglichen Schreibprozess verwendet werden können.
Für den Ablauf des Schreibprozesses – das Sammeln von Ideen, Ordnen und Strukturieren, den inhaltlichen Ablauf und die passende Form habe ich bereits für Sie einen Aufbauplan verfasst. Nun fahren wir an dieser Stelle mit stilistischen Fragen und den häufigsten Fehlern fort.

 

Texte müssen inhaltlich aussagekräftig sein und zusammen hängen

Eine lose Aneinanderreihung von Hauptsätzen oder besonders eng verschachtelte Nebensatzkonstruktionen im Nominalstil macht Texte schwer leserlich (wie Sie an diesem Satz festegstellt haben dürften). Besser ist, dem Text Zeit zu geben, sich zu entwickeln.

 

Dies erreichen Sie durch das Einfügen von Beschreibungen, kurzen Kommentaren und die Verwendung von Verben. Nehmen wir uns einmal einen Satz vor und sehen uns an, wie er “aufgehübscht” werden kann.

 

“Ein Blog kann eine Einnahmequelle sein.”


+ Beschreibungen (Adjektive/ Adverbien und Attribute) =

“Ein gut gepflegter Blog mit qualitativ hochwertigen Inhalten kann eine verlässliche Einnahmequelle sein.”


+ Kommentare, die zum Thema passen und nicht zu ausschweifend sind =

“Ein gut gepflegter Blog mit qualitativ hochwertigen Inhalten, welche auch einen guten Schreibstil zeigen, kann eine verlässliche Einnahmequelle sein.”


+ aktive Formulierungen mit Verben =

Besitzen Sie einen gut gepflegten Blog und versorgen ihn mit qualitativ hochwertigen Inhalten, welche auch einen guten Schreibstil zeigen, können Sie sich zusätzliche Einnahmen sichern.”


Wie Sie sehen, ist es kein Kunststück, einen Satz attraktiv zu gestalten. Was Sie dafür tun müssen, ist wenig Arbeit: Schreiben Sie das Grundgerüst des Satzes auf, wie der obige Beispielsatz “Ein Blog kann eine Einnahmequelle sein.” Nun überlegen Sie, welche Informationen Sie Ihren Lesern zusätzlich vermitteln können. Was für ein Blog kann eine Einnahmequelle sein? Wie sollte ein Blog sein, mit dem man Geld verdienen kann? Wie kann diese Einnahmequelle beschrieben werden?

 

Falls Ihnen nur Beschreibungen wie “gut”, “erfolgreich” und “effektiv” einfallen, überlegen Sie, was die jeweilige Sache gut oder effektiv macht. Auf diese Weise gelangen Sie zu treffenderen Beschreibungen – es kann schließlich nicht alles nur “gut” sein. Zusätzlich sind Wordclouds hilfreich – ein Beispiel finden Sie unten. Diese lassen sich jedoch auch durch ein kurzes Brainstorming selbst erstellen.

Übrigens hilft Ihnen diese Technik auch dabei, sich vor Wortwiederholungen zu schützen.

 

Nominalstil kennen Sie aus Behördenschreiben und Gesetzestexten. Solche Kombinationen vieler Substantive mit nur wenigen Verben und Adjektiven sind beschwerlich zu lesen und noch schwieriger zu verstehen, da kaum die Bedeutung eines Substantives in den Synapsen angelangt ist, wenn schon das nächste im Satz auftaucht. Behörden nutzen diesen Stil, um möglichst wenig Spielraum für Auslegungen zu lassen und sich somit abzusichern – Sie hingegen sollten gerade darauf verzichten. Nutzen Sie lebendige Sätze mit Verben und aktiv ausgedrückten Konstruktionen, um Ihre Leser an Ihrer Vitalität und Energie teilhaben zu lassen. Wie dies einen Satz verändern kann, das ist im obigen Beispiel bereits ersichtlich geworden:

Aus “Ein Blog kann eine Einnahmequelle sein” wurde “Besitzen Sie einen (…) Blog und versorgen ihn mit (…) Inhalten, (…) können Sie sich (…) Einnahmen sichern.” So werden Ihre Leser direkt angesprochen und fühlen sich in die Handlung einbezogen. Zudem bringen Sie auf diese Weise Ihren Lesern Ratschläge und Tipps näher, da dieser Stil auf einer persönlicheren Ebene wirkt.

 

Ebenso wenig förderlich für Ihre Leserschaft wie ein Nominalstil sind zu stark verschachtelte Sätze. Sie können sich nicht vorstellen, wie stark man einen einzigen Satz ausbauen und ihn in einander verschachteln kann? Der berühmte deutsche Dichter Heinrich von Kleist beweist Ihnen in “Die Marquise von O…”, dass man dies sogar perfektionieren kann. Hier ein Auszug aus der Novelle:

 

“Sie kochte ihm für den Abend alles, was sie nur Stärkendes und Beruhigendes aufzutreiben wußte, in der Küche zusammen, bereitete und wärmte ihm das Bett, um ihn sogleich hineinzulegen, sobald er nur, an der Hand der Tochter, erscheinen würde, und schlich, da er immer noch nicht kam, und schon die Abendtafel gedeckt war, dem Zimmer der Marquise zu, um doch zu hören, was sich zutrage?”


Sofern Sie nicht die Ambitionen hegen, sich der Reihe der Dichter und Denker anzuschließen und zu schreiben wie im 18. Jahrhundert, sollten Sie von solch verschachtelten Sätzen Abstand nehmen.

 

Schluss mit der Polemik – in Blogposts und anderen informativen Texten sind ein bis drei Nebensätze schön, wenn sie gut eingebunden sind. Mehr sollte es jedoch nicht sein. Und falls Sie nicht sonderlich geübt im Umgang mit den grammatischen Eigenarten der deutschen Sprache sind, wählen Sie lieber einfachere Satzkonstruktionen, welche jedoch durch passende Verben und sinnvolle Beschreibungen glänzen.

 

Steht Ihr grammatisches und kreatives Grundgerüst, können Sie sich sprachlichen Registern, Varietäten und Jargons widmen. Keine Angst! Sie verwenden diese bereits. Dialekte, regionalbezogene Besonderheiten der Sprache und so genannte Soziolekte gehören zur alltäglich gesprochenen und geschriebenen Sprache. So haben z.B. Jugendliche, Angehörige bestimmter Generationen, einzelne Berufsgruppen, soziale Gruppen und sogar die beiden Geschlechter eigene Varietäten des Standard-Deutschen. Diese können eigene Worte, Wortkonstruktionen, Kombinationen von Wortarten und vor allem Unterschiede in der Aussprache enthalten. So sprechen Frauen, die den 2. Weltkrieg miterlebt haben, anders als solche, die 20 Jahre später geboren wurden. Ärzte sprechen anders als Marketing-Manager und beide sprechen nochmals anders als Deutsche, die nah an der Grenze zu Frankreich leben oder Ehrenamtliche.

 

Diese Varietäten und Register können Sie nutzen, um sich Ihrer Zielgruppe auf bisher unerreichte Weise zu nähern. Wenn Sie es schaffen, die Varietät(en) Ihrer Zielgruppe zu treffen, können Sie unterbewusst ein Zusammengehörigkeitsgefühl auslösen, welches Ihnen zu Gute kommt und sich positiv auf die Leserbindung auswirkt.

 

Natürlich ist dies mit großem Aufwand verbunden, doch da ich Sie umfassend informieren möchte, hier ein theoretisches Szenario: Mit Hilfe einer anonymisierten Umfrage können Sie z.B. herausfinden, wie Ihre Leserschaft einzuordnen ist: Sind es mehrheitlich Frauen oder Männer, welche Ausbildung haben diese genossen, wie alt sind sie, in welcher Branche arbeiten sie, welche Sprachen sprechen sie etc. Gelingt es Ihnen, darüber verlässliche Daten zu sammeln, können Sie die Varietäten eingrenzen, die Ihre Leser verwenden, sich anschließend mit diesen beschäftigen und genau so formulieren, dass Sie Ihren Lesern förmlich aus dem Herzen sprechen.

 

Wie Sie sehen, lässt sich viel an einem Schreibstil verbessern und aufwerten. Es ist keine Hexerei, die einzelnen Sätze des Textes wesentlich ansprechender zu gestalten und sie gleichzeitig leichter lesbar zu machen – und es benötigt nur ein erträgliches Maß an Zeit. Je mehr Übung Sie gewinnen, desto leichter werden Ihnen sehr gute Texte von der Hand gehen, und Ihre Leser werden es Ihnen danken.


Word-Clouds

WordCloud: Zusammenhänge ausdrücken und verstärken

WordCloud Zusammenhänge ausdrücken

 

WordCloud: Etwaige Entsprechungen für “und”

WordCloud Entsprechungen für und

 

WordCloud: Etwaige Entsprechungen für “auch”

WordCloud Entsprechungen für auch

 

WordCloud: Etwaige Entsprechungen für “aber”

WordCloud Entsprechungen für oder


Die häufigsten Deutsch-Fehler

 

nach “aufgrund”, “wegen”, “bezüglich”, “statt” folgt der Genitiv aufgrund des Nutzens
wegen meiner neuen Pläne
bezüglich des Termins
statt seines ursprünglichen Vorhabens 
etwas ergibt Sinn “Das macht Sinn” ist im Deutschen eine falsch verwendete Redewendung, welche aus dem Englischen wortwörtlich übernommen wurde.

 

vor “um”, “weil”, “denn” usw. wird für gewöhnlich ein Komma gesetzt Ich blogge, [Komma] um Menschen meine Leidenschaft näher zu bringen.

 

“dass” und “das” nach einem Komma: “das” bezieht sich auf das eben genannte Substantiv, während “dass” eher einen Übergang bildet, da es ein Bindewort (eine Konjunktion) ist Ich glaube, dass ich meinen Schreibstil verbessern muss. [“dass” verbindet den einleitenden Teil “ich glaube” mit dem Ausdruck dessen, was man glaubt]

 

 

Es ist ein Problem, das mich beschäftigt. [“das” bezieht sich auf “Problem”]

Verwendung von “Sie” und “sie”: “Sie” spricht eine Person direkt an, auch wenn diese in einem Text nicht namentlich genannt wird. Hingegen ist “sie” die 3. Person Singular und die 4. Person Plural Es ist offensichtlich, dass Sie der Schuldige sind. [“Sie” spricht den Schuldigen direkt an]

Die Kinder sind im Garten. Ich glaube, sie schlafen heute Nacht gut.

Möchten Sie mehrere (längere) Wörter zu einem kombinieren, nutzen Sie Bindestriche. Schreiben Sie die Worte nicht einfach mit Leerzeichen hinter einander! Blog-Inhalt
Nutzen-Kosten-Verhältnis
Schreib-Training 
Bei Substantivierungen (wenn “das” ein nachstehendes Wort meint, welches sonst nicht groß geschrieben würde) wird das substantivierte Wort groß geschrieben. Es ist das Schöne, was mich anzieht. [Frage: Was zieht Sie an? Das Schöne.]

Welches Auto kaufen Sie nun? Ich nehme den Gebrauchten. [Frage: Welchen nehmen Sie? Den Gebrauchten.]

Groß-/ Kleinschreibung bei Tages-, Zeit- und Jahresangaben:
(am) Freitag, aber freitags(am) Mittag, aber mittags

(heute) Morgen, aber morgens
(im) letzten Jahr

Freitag Mittag war ich im Restaurant.

Es ist freitags immer langweilig.

Ich habe mittags immer großen Hunger.

Heute Morgen bin ich müde.
Ich bin morgens immer müde.
Im letzten Jahr/ letztes Jahr war ich da.

Nach einem Doppelpunkt wird das darauf folgende Wort groß geschrieben, wenn es den Beginn eines neuen Satzes darstellt. Es wird klein geschrieben, wenn es mit dem vor dem Doppelpunkt befindlichen Satz eine Einheit bildet und der Satzteil nach dem Doppelpunkt nicht allein stehen könnte. Bloggen ist großartig: Ein Blog beinhaltet meine gesamte Persönlichkeit.

Ich war mir sicher: er würde kommen.

 

Verben, Adjektive und Adverbien werden (außer bei Substantivierungen) immer klein geschrieben. Ich versuche stets, mein Blog ansprechend zu gestalten.
Meine Kinder wachsen so schnell.
Ich blogge, also bin ich.
Es ist so aufregend! 
Bei direkter Rede sollte die Satzzeichen inkl. Kommata beachtet werden (siehe rechts) Er sagte, [Komma] “Ich bin neu hier!” [kein weiteres Satzzeichen nach dem Ausrufezeichen in der Klammer]

Er sagte: [Doppelpunkt] “Ich bin neu hier!”
Er sagte, [Komma] “ich bin neu hier”, [Komma] und fügte hinzu, [Komma] “deshalb brauche ich Eingewöhnungszeit!”

“Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod”: Häufig wird statt des Genitivs der Dativ verwendet, doch dies ist inkorrekt “statt seines ursprünglichen Planes” und nicht “statt seinem ursprünglichen Plan”
“aufgrund seiner Sprachkenntnisse” und nicht “aufgrund seinen Sprachkenntnissen
“bezüglich des Termins” und nicht
“bezüglich dem Termin”> 
Beim richtigen Numerus bleiben, auch wenn Satzteile in einem anderen stehen Auch, wenn es eine Menge SEOs gibt, bei denen gern laissez faire angesagt ist, sind diese doch ein wertvoller Bestandteil jedes Unternehmens. [“sind” bezieht sich auf “Menge”]

 

Bei Namen, die auf s, ss, ß, sz, x oder ce enden und im Genitiv stehen, setzt man einen Apostrophen statt eines Genitiv-s Andreas’ Blog [der Blog, der Andreas gehört]

Max’ Auto [das Auto, das Max gehört]

Maurice’ Tagebuch [das Tagebuch, das Maurice führt]

“du”, “ihr” und “euch” schreibt man klein (im Marketing wird manchmal die Großschreibung gewählt, um trotz der Tatsache, dass der Nutzer geduzt wird, etwas Distanz zu schaffen oder das Duzen hervor zu heben) Also seid ihr schon gestartet?

Von euch kann man viel lernen!

Hast du einen Vorschlag?

 

seit und seid: Während “seit” einen zeitlichen Bezug hat, ist “seid” eine Form von “sein” Seit der Jahrtausendwende sind Blogs stärker in den Fokus gerückt.

Ich bin seit Jahren Germanistin.

Seid ihr wahnsinnig, euch in solche Gefahr zu begeben?

Ihr seid aber mutig, euch selbständig zu machen!

Seit der Gründung des neuen Cafés seid ihr nur noch dort!

Vergleiche mit Hilfe von “als” und “wie”: Mit “als” verwendet man den Komparativ (zweite Steigerungsform von Adjektiven, z.B. “fleißiger”), mit “wie” den Positiv (Grundform der Steigerung von Adjektiven, z.B. “fleißig”)

fleißig = Positiv
fleißiger = Komparativ
am fleißigsten = Superlativ

Er ist fleißiger als Tom. [Komparativ + “als”]

Ina ist genauso fleißig wie Tom. [Positiv + “wie”]

Maja und Marc sind genauso fleißig wie Jasmin, aber keiner der drei ist fleißiger als Ben.

Indirekt wiedergegebene Rede und Aussagen, die potentiell angezweifelt werden können oder nicht dem Autor des Textes in den Mund gelegt werden sollen, müssen im Konjunktiv stehen (sowohl Hilfsverben als auch Vollverben; siehe rechts ) Ben sagte, er sei einer der Besten.

Sie sei besser als er.

Als habe sie es geahnt, war Tom auch schon da.

Sie habe eine Grippe, sagte sie.

Er könne [nicht könnte] noch heute losfahren.

Sie käme mit. [abgeleitet von “mitkommen”]
Marc überreiche den Scheck noch heute. [abgeleitet von “überreichen”]

Morgen starte ein großes Event. [abgeleitet von “starten”]



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