Bilder-SEO: Die 10 besten Tipps

Bilder SEO

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Weltweit gibt es mehr als 173 Millionen Blogs (Erhebung von Nielsen mit Stand Oktober 2011). Viele der Betreiber dieser kennen die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, und wenden diese Kenntnisse an, um ihre Webseite in den Suchergebnissen nach vorn zu bringen. Das erklärte Ziel: Mehr Besucher.

Meist werden Texte und technische Aspekte optimiert - Titel, Keywords, Ladegeschwindigkeit, PageSpeed usw. - doch dass auch Bilder für ein gutes Ranking in der Google-Bildersuche optimiert werden können, wissen viele Webmaster nicht. Dem ist jedoch so, und so genanntes Bilder-SEO ist sehr effektiv.

Bilder bringen Traffic

Es gibt viele Gründe, nach Bildern zu suchen: Um zu sehen, wie ein Produkt aussieht, welche Versionen es gibt, um Präsentationen und Beiträge visuell zu unterstützen, um Screenshots zu finden, um Veränderungen an einem Gegenstand nachvollziehen zu können, um Personen, Kunstwerken oder anderem zu recherchieren, um sich Sehenswürdigkeiten oder Kunstwerke anzusehen, … Entsprechend sollte Traffic aus der Google-Bildersuche nicht vernachlässigt werden.

In der deutschen Bildersuche wird mit einem Klick auf ein Bild-Suchergebnis derzeit noch die Webseite in einem iFrame dargestellt und bringt damit direkt Traffic:

deutsche Bildersuche mit iFrame

Die englischsprachige Bilder-Suche wurde vor einiger Zeit aktualisiert - ein Update, welches in der Zukunft vermutlich auch für die deutsche Suche ausgerollt werden wird. Hier ist der iFrame verschwunden und die Ursprungs-Webseite des Bildes wird nicht mehr angezeigt. Dafür verweisen gleich vier Links auf die Webseite: Das Bild selbst, der Titel, die URL unter dem Titel und der Button “Visit Page”.

englische Bildersuche ohne iFrame, dafür mit 4 Links zur Webseite

Rankingfaktoren der Bilder-Suche

Googles Bilder-Suche folgt einem separaten Algorithmus, der nicht mit dem der gewöhnlichen Suche gleichzusetzen ist. Während für die organische Google-Suche Faktoren wie der PageSpeed, das Linkprofil und die Themenrelevanz ausschlaggebend sind, zählen in der Optimierung für die Bilder-Suche völlig andere Werte.

Der “gewöhnliche” Googlebot heißt “Googlebot 2.1” und crawlt Webseiten sowohl nach Webseiten als auch nach Informationen zu Bildern. Für die Bilder-Suche gibt es jedoch noch einen zusätzlichen Bot, nämlich “Googlebot image 1.0”. Dieser kann durch den einfachen Trick zu Ihnen gelockt werden, regelmäßig gleiche Mengen an Bildern hochzuladen. Denn je öfter Sie Bilder hochladen, desto öfter crawlt der Googlebot image Ihre Webseite. Ein zweiter Trick ist ebenso einfach umzusetzen: Nutzen Sie auf Ihrer Startseite Thumbnails der neuesten Bilder, die auf die eigentlichen Bilder in voller Größe verlinken. Der Googlebot crawlt immer zuerst die Startseite und geht dann tiefer in die Linkstruktur hinein - durch die Thumbnails auf der Startseite findet er auch tief in der Struktur verborgene Bilder sofort.

Dateigröße

Sie sollte möglichst gering sein. Etwa 150 KB sind ideal, um die Ladezeit des Bildes in der Suche zu verkürzen. Die Bildgröße ((Mega-)Pixel) ist nicht mit der Dateigröße gleichzusetzen: Ein hochauflösendes Bild kann als Datei komprimiert werden, beispielsweise mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen.

Dateiformat

Für die Bilder-Suche ist es in erster Linie irrelevant, welches Dateiformat verwendet wird. Unter den gängigsten Formaten png, jpg und gif besitzt jedoch das png den Vorteil, dass es die Ladezeit der Seite verkürzt.

Dateiname und Ordner

Wie die Bilddatei heißt, ist äußert wichtig für das Ranking: Hieran erkennt der Googlebot zuerst, für welches Keyword das Bild relevant ist. Nutzen Sie daher unbedingt Keywords im Dateinamen - doch nur solche, die wirklich passen, und sehen Sie von Keyword-Spamming ab. Wenngleich einige Bilder-SEOs sich sicher sind, dass Keyword-Spamming im Bilder-SEO noch immer funktioniert - im Gegensatz zu der gewöhnlichen Suche - ist es keine nachhaltige Vorgehensweise, da Google Keyword-Spam in den Bilder-Suchergebnissen sicherlich ebenfalls nicht mehr lang tolerieren wird. Zudem entscheidet sich der Google-Algorithmus bei mehreren Keywords im Dateinamen oder Title häufig für nur eines, auf welches das Bild dann rankt.
Trennen Sie Begriffe im Dateinamen mit Bindestrichen, nicht mit Unterstrichen.
Achten Sie beim Hochladen der Bilddatei darauf, dass Sie sie in einem Ordner mit semantisch passendem Namen ablegen. So sollten Sie den Ordner, in dem das Bild “Google-Bildersuche-Screenshot.png” liegt, “Screenshots” oder “Bildersuche” oder “Google” nennen. Aber auch weniger eng verwandte Begriffe sind möglich, beispielsweise die Datei “Geburtstagskuchen.jpg” im Ordner “Backwaren” abzulegen.

Bildgröße

Für den optischen Nutzen gilt: Je hochauflösender das Bild, desto besser wirkt es auf Ihrer Seite. Doch achten Sie auch auf die Pixeldichte - ist sie zu gering oder zu hoch für die Größe des Bildes, wirkt das Bild körnig und unscharf. Als Faustregel gilt: Eine Kante sollte etwa 300 Pixel lang sein, die Länge der zweiten Kante kann variieren. Für ein Bild, welches 300 x 200 Pixel groß ist, ergibt dies einen Richtwert für die Mindestgröße von insgesamt 60 000 Pixel. Kleinere Bilder wie Vorschau- oder Profilbilder erscheinen selten in der Bildersuche, wobei dies natürlich auf das gesuchte Keyword ankommt: Bei einer Personensuche werden gerade Avatare erscheinen, bei der Suche nach “Porsche” eher nicht.
Ein Maximum der Bildgröße ist schwer zu definieren, da je nach Suchanfrage auch sehr breite und hohe Bilder gut ranken, beispielsweise bei der Suche nach “Eiffelturm” oder “Panorama New York”. Für illustrierende Bilder z.B. in Beiträgen kann die Faustregel von 1280 x 960 Pixel beherzigt werden, dies war einst die festgelegte Maximalgröße für Bilder in der Google-Bildersuche.
Manchmal werden Bilder, die besonders groß sind, automatisch abgeschnitten oder skaliert, um sie in der Bilder-Suche passend anzeigen zu können. Daher empfiehlt es sich, große Bilder auf das 4:3-Querformat zu skalieren.

Attribute

Wie auch für alles, was in der organischen Suche ranken soll, gibt es für Bilder Tags, die, richtig ausgefüllt, helfen, ein gutes Ranking zu erzielen. Der Alt-Tag ist aus zweierlei Gründen besonders wichtig: Einerseits wird dieser angezeigt, wenn das Bild aus verschiedenen Gründen nicht geladen werden kann (z.B. da das Dateiformat nicht unterstützt wird, die Internetverbindung zu langsam ist etc.) und wird von Screenreadern vorgelesen, die von Blinden genutzt werden. Andererseits ist der Text des Alt-Tags derjenige, der angezeigt wird, wenn der Nutzer mit der Maus über das Bild fährt. So gibt er Zusatzinformationen und sollte kurz und prägnant zusammen fassen, was auf dem Bild zu sehen ist.
Zusätzlich steht bei vielen Content Management Systemen wie Wordpress ein Feld “Description” zur Verfügung, welches Platz für weitere Informationen bietet, beispielsweise für eine kurze Analyse eines Graphen.
Die Bildunterschrift ist ebenfalls sehr wichtig, damit der Googlebot, der das Bild an sich nicht auslesen kann, dessen Inhalt zuordnen und mit Suchanfragen in Verbindung bringen kann. Daher sollten Bildunterschriften relevant für den Inhalt des Bildes sein und Kontext hinzufügen. Auch in der Bildunterschrift sollten passende Keywords enthalten sein.
Fügen Sie die Bildgröße als Information in den img-Tag Ihres Bildes ein, dies sorgt für ein schnelleres und problemfreieres Laden.

Umgebung des Bildes

Wie gesagt, kann der Googlebot den Inhalt von Bildern nicht erkennen. Stattdessen werden Informationen aus dem Dateinamen, dem Titel, der Description und der Bildunterschrift herangezogen, um auf den Inhalt des Bildes zu schließen. Doch auch die Umgebung des Bildes auf der Seite ist ein Indiz für den Googlebot: Über dem Bild sollte sich möglichst eine Zwischenüberschrift mit relevanten Keywords befinden. Zusätzlich ist der Text, der in direkter Umgebung des Bildes steht, relevant. Leider hat Google bisher noch keine Aussage darüber getroffen, in welchem Umfang umgebender Text gewertet wird.

Ihr Bild, überall

Es ist ein positives Signal für Google, wenn Ihr Bild mehrmals verwendet wird, indem es eingebettet wird. So entsteht kein Duplicate Content, doch Google bemerkt, dass Ihr Bild beliebt ist und offensichtlich hilfreich.
Das Gleiche gilt für Bildkopien: Wird Ihr Bild kopiert und an einem anderen Ort abgelegt, ist dies ein Zeichen für dessen Beliebtheit bzw. Relevanz. Wie oft Bilder kopiert werden, wenn sie relevant sind, zeigen immer wieder Screenshots, wenn Tools neue Funktionen erhalten, Layouts umgestaltet werden oder Bugs zeigen.
Bildkopien und Einbettungen sind ein wichtiger Rankingfaktor. Betrachtet man die Bild-Suchergebnisse für eine Suchanfrage, so wird klar: Ältere Bilder ranken meist besser als jüngere. Dies liegt unter anderem daran, dass ältere Bilder häufiger kopiert und eingebettet wurden. Natürlich spielt jedoch auch die Klickrate (CTR) eine große Rolle: Je häufiger ein Bild angeklickt wird, desto besser rankt es, wenn zusätzlich die anderen Faktoren optimiert wurden. Und je älter das Bild, desto mehr Zeit hat es natürlich, angeklickt zu werden.
Sie müssen sich jedoch nicht gänzlich auf andere verlassen: Verlinken Sie sinnvoll und thematisch (d.h. semantisch) passend Ihre Bilder unter einander, um sie gegenseitig zu stärken.

SafeSearch: Nicht in den Filter geraten

Die Standard-Einstellung in der Google-Suche ist die SafeSearch, also ein Modus, der potentiell pornografische Inhalte ausblendet. Erkennt Google ein Bild auf Ihrer Domain als potentiell pornografisch oder aus anderen Gründen nicht jugendfrei, kommt es vor, dass nicht nur dieses eine Bild nicht in den Suchergebnissen rankt, sondern keines der Bilder unter dieser Domain mehr. Prüfen Sie also, ob Sie Bilder hochladen, die aus verschiedenen Gründen nicht in der SafeSearch auftauchen könnten, und sperren Sie diese ggf. mit Hilfe von robots.txt für die Indexierung. Dies ist die bessere Lösung, als dass keines Ihrer Bilder mehr in den SafeSearch-Suchergebnissen erscheint. Die SafeSearch-Funktion kann übrigens ausgeschalten werden - doch kaum ein Nutzer weiß dies.

Zusatzinformationen direkt im Bild: Exif-Daten

Exif-Daten sind ein moderner Weg, Informationen über ein Bild direkt in das Bild zu integrieren. Solche Informationen wie Tag und Uhrzeit der Aufnahme, Standort oder Gerätetyp werden von einigen Kameras automatisch eingefügt; sie können jedoch auch mit Bildbearbeitungsprogrammen nachträglich hinzugefügt werden. Google kann solche Exif-Daten auslesen, es ist jedoch nicht bekannt, ob sie auch einen Vorteil im Ranking mit sich bringen.

Abschließend ein Tipp zum Inhalt des Bildes. Dieser sollte natürlich die Aussage unterstreichen, die Sie treffen wollen: Grafiken sollten verständlich und groß genug sein, um alle Details und Werte zu erkennen. Screenshots sollten nur den Bereich zeigen, der relevant ist, und nicht zusätzlich die Taskleiste, Browser-Tabs usw., wenn es sich vermeiden lässt. So reduzieren Sie auch die Größe Ihrer Bilder. Skalieren Sie Bilder am besten sofort auf die benötigte Größe - ein rein illustrierendes Bild wie das Portrait eines Interviewpartners sollte nicht die volle Breite einnehmen, die Ihnen zur Verfügung steht. Gleichzeitig sollte die Auflösung gut genug sein, um das Bild auch vergrößert anzeigen zu können - damit zeigen Sie, dass Sie auch bei der visuellen Gestaltung Ihrer Seite Wert auf Details legen. Ihre Nutzer werden es Ihnen ebenso danken wie Ihre Rankings sich verbessern werden.


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